Pressemitteilung vom 29.06.2019

Außerordentliche Studentische Vollversammlung an der LUH am 03.07.


Am kommenden Mittwoch, den 03.07., wird um 16 Uhr eine außerordentliche studentische
Vollversammlung im Audimax der Leibniz Universität Hannover stattfinden. Nach Universitäten in
Düsseldorf, Berlin (TU/HU/FU), Leipzig, Bonn, Mannheim, Eichstätt, Köln und Siegen ist die
Leibniz Uni die elfte Universität, an der eine studentische Fridays for Future Gruppe gemeinsam
mit dem AStA eine Vollversammlung zur Klimakrise einberuft. Die Vollversammlung ist das
höchste empfehlende Organ der Studierendenschaft. Nach den Erfolgen in den anderen Städten
werden auch in Hannover mehrere Hundert Teilnehmende erwartet. Gemeinsam wollen die
Studierenden Forderungen beschließen, die sie dann mit den Verantwortlichen der Universität
verhandeln wollen. Zuvor hatten die Students for Future Hannover im Rahmen einer Petition mehr
als 2.100 Unterschriften für die Einberufung der Vollversammlung und eine Solidarisierung mit der
Fridays for Future Bewegung gesammelt. Dazu haben viele der mehr als 150 Aktivistinnen in Seminaren und Vorlesungen auf das Thema aufmerksam gemacht und eine aufwendige Mobilisierungskampagne organisiert. „Es gibt momentan einfach kein wichtigeres Thema als die Klimakrise. Viele Studierende stehen hinter uns und sind froh, dass sich endlich etwas tut“, sagt Julia (22). Die Forderungen, über die am Mittwoch abgestimmt werden soll, sind konkret und betreffen zunächst nur die Universität. Dabei umfassen sie Allgemeines sowie die Bereiche Lehre, Forschung, Mensa, Energie und Verkehr. Mehr als 30 Studierende aus den verschiedensten Fakultäten haben gemeinsam an den insgesamt neun Anträgen gearbeitet, die am Mittwoch von den Klimaktivistinnen eingebracht werden sollen.
Den Students for Future geht es aber um weit mehr als eine klimagerechtere Universität. Als Teil
der globalen Fridays for Future Bewegung wollen sie eine Mehrheit in der Gesellschaft erreichen,
um ein Umdenken auf politischer Ebene zu bewirken. Deshalb ist eine ihrer Hauptforderungen die
Solidarisierung mit den Forderungen der Fridays for Future Bewegung, die klare Appelle an Politik
und Wirtschaft enthält. Ein erster Schritt wäre die Ausrufung des Klimanotstands, wie er bereits
unter anderem in Konstanz, Münster und Aachen ausgerufen wurde. Unter dem Slogan „Der
Klimanotstand ist schon da! Handeln, nicht labern“
haben Studierende und Schülerinnen bereits am 13.06. ein entsprechendes politisches Handeln gefordert, als der Umweltausschuss der Region Hannover über einen diesbezüglichen Antrag diskutiert hat. Für die Students for Future Hannover ist die kommende Vollversammlung ein erster Schritt, um auch an der Universität Mehrheiten für die globalen Umweltproteste zu gewinnen. Dafür ist es höchste Zeit, sagt Michael (24), einer der Aktivistinnen. „Jetzt haben wir die letzte Möglichkeit
aktiv zu werden und einen radikalen Wandel zu bewirken“.
Bundesweit haben sich an den
Universitäten Students for Future Gruppen gegründet, um den Protest an die Unis zu tragen und die
globale Bewegung zu stärken. Mittlerweile ist die Fridays for Future Bewegung an mehr als 30
Universitäten in ganz Deutschland angekommen, die untereinander vernetzt sind und sich
gegenseitig unterstützen.
In Hannover wurde nicht ohne Grund der 03. Juli als Tag für die Vollversammlung gewählt. Für den
Freitag danach ruft Fridays for Future niedersachsenweit zu einer großen Zentraldemo durch die
Innenstadt auf, zu der mehrere Tausend Teilnehmende erwartet werden. Auch Students for Future
ruft die Studierenden zur Teilnahme an der Demonstration auf. Ihnen geht es nicht um bloße
Symbolpolitik. „Wir wollen auf die Straße und den Druck so lange erhöhen, bis sich wirklich etwas
tut.“, sagt Marte (21). „Wir haben keine Zeit mehr, um noch länger zu warten“, so die Studentin.

Aus diesem Grund befasst sich momentan eine eigene Projektgruppe mit der Planung einer
Zubringerdemo von der Leibniz Universität zum Opernplatz, wo um 15 Uhr die Auftaktkundgebung
zur niedersachsenweiten Zentraldemonstration beginnen soll.